Rechtsunsicherheit bei Rückerstattungsansprüchen im deutschen Glücksspielmarkt: EuGH verweist zentrale Fragen an nationale Gerichte

Im deutschen Glücksspielmarkt bestehen weiterhin erhebliche rechtliche Unsicherheiten bezüglich möglicher Rückerstattungsansprüche von Spielern für Verluste aus unlizenzierten oder vor 2021 angebotenen Online-Wetten, während der Europäische Gerichtshof mehrere Vorabentscheidungsverfahren bearbeitet hat und in einer Entscheidung vom April 2026 zentrale Fragen der Haftung sowie der Rückabwicklung an die nationalen Gerichte zurückverwiesen hat, sodass Betreiber und Spieler vor dem Hintergrund anstehender regulatorischer Überprüfungen im Jahr 2026 in einer Übergangsphase verbleiben.
Die Situation ergibt sich aus einer Reihe von EuGH-Verfahren, in denen nationale Gerichte Klagen von Spielern prüfen, die Verluste bei Anbietern ohne deutsche Lizenz oder bei Plattformen geltend machen, die vor Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 tätig waren, und der EuGH hat in diesen Fällen wiederholt betont, dass die konkrete Auslegung von Haftungs- und Erstattungsregelungen in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fällt.
Hintergründe der laufenden Verfahren
Deutsche Gerichte haben in den vergangenen Jahren vermehrt Klagen entgegengenommen, bei denen Spieler die Rückzahlung von Einsätzen aus Online-Wetten fordern, die über Plattformen ohne gültige Konzession erfolgten, und diese Verfahren haben zu mehreren Vorlagen an den EuGH geführt, deren jüngste Entscheidung im April 2026 die Entscheidung über die materielle Haftung erneut an die nationalen Instanzen übertrug, wodurch die rechtliche Lage für alle Beteiligten offen bleibt.
Der Glücksspielstaatsvertrag von 2021 schuf erstmals ein einheitliches Lizenzsystem für Online-Wetten und -Casinos, doch für Angebote vor diesem Datum sowie für nicht lizenzierte Plattformen fehlt bislang eine abschließende Klärung, ob Spieler automatische Erstattungsansprüche geltend machen können oder ob zivilrechtliche Voraussetzungen wie Kenntnis des Spielers über die Illegitimität des Angebots eine Rolle spielen.
Auswirkungen auf Kanalisierung und Durchsetzung
Die andauernde Unsicherheit beeinflusst die Kanalisierung von Spielern in den regulierten Markt, da potenzielle Rückerstattungsrisiken Betreiber mit gültigen Lizenzen vor Herausforderungen stellen und gleichzeitig die Durchsetzung von Werbe- und Angebotsverboten für nicht lizenzierte Anbieter erschwert wird, während die Rahmenbedingungen des Glücksspielstaatsvertrags auf eine Überprüfung im Laufe des Jahres 2026 vorbereitet werden.
Beobachter der Branche verweisen darauf, dass bis Juni 2026 mehrere Verfahren vor deutschen Oberlandesgerichten anhängig sind, die auf die EuGH-Entscheidung vom April 2026 Bezug nehmen, und in diesen Fällen die Frage der Restitution von Verlusten aus vor 2021 getätigten Wetten im Mittelpunkt steht, ohne dass eine einheitliche Linie der Rechtsprechung erkennbar ist.

Die Verzögerung einer europarechtlichen Klärung führt dazu, dass Betreiber mit bestehenden Lizenzen ihre Risikobewertungen anpassen müssen, während Spieler in laufenden Verfahren darauf warten, ob nationale Gerichte Erstattungen zusprechen oder ablehnen, und dies wiederum die Attraktivität des legalen Marktes gegenüber nicht regulierten Angeboten beeinflusst.
Verbindung zum Glücksspielstaatsvertrag und Ausblick 2026
Der Glücksspielstaatsvertrag sieht für 2026 eine breit angelegte Evaluation der bisherigen Regelungen vor, und in diesem Kontext gewinnen die offenen Fragen zu Spielervergütungen an Bedeutung, weil sie direkte Auswirkungen auf die Akzeptanz des lizenzierten Marktes sowie auf die Wirksamkeit von Durchsetzungsmaßnahmen haben können, während der EuGH weiterhin Einzelfragen an die nationalen Gerichte zurückverweist.
Verschiedene Vorabentscheidungsverfahren zu deutschen Lizenzierungsregeln und Spielerverlusten, darunter auch Entscheidungen vom April 2026, haben nach Berichten aus der Branche gezeigt, dass zivilrechtliche Klagen auf Rückerstattung weiterhin möglich sind, doch die konkrete Anwendung von Haftungsgrundsätzen bleibt den deutschen Gerichten überlassen.
Experten der Branche stellen fest, dass die aktuelle Lage bis zur umfassenden regulatorischen Überprüfung im Jahr 2026 für alle Marktteilnehmer eine Planungsunsicherheit erzeugt, und parallel dazu laufen Verfahren vor nationalen Gerichten, in denen Spieler ihre Ansprüche aus vorlizenzierten Wetten geltend machen, ohne dass eine abschließende Linie erkennbar ist.
Ausblick
Die Entwicklung der nächsten Monate wird zeigen, wie deutsche Gerichte die vom EuGH überlassenen Fragen zu Haftung und Rückabwicklung auslegen, und diese Entscheidungen dürften wiederum die Vorbereitung auf die 2026 anstehenden Anpassungen des Glücksspielstaatsvertrags beeinflussen, während Betreiber und Spieler weiterhin auf klare Leitlinien warten.